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150 JAHRE KLINIKUM IN HALLE

VON EINER BÜRGERINITIATIVE ZUM MODERNEN GESUNDHEITSSTANDORT

150 JAHRE KLINIKUM IN HALLE
© Klinikum Halle

Das Klinikum Halle gehört seit eineinhalb Jahrhunderten zur medizinischen Versorgung der Region. Am Sonntag, 27. September, wird das Jubiläum von 10 bis 16 Uhr mit einem Tag der offenen Tür gefeiert.
Am Anfang standen drei handgeschriebene Seiten und die Überzeugung, dass kranke Menschen eine professionelle medizinische Versorgung brauchen. 1869 rief der Haller Gerichtsschreiber Wilhelm Troske die Bürger dazu auf, die Gründung eines Krankenhauses zu unterstützen. Sieben Jahre später, am 22. Oktober 1876, wurde das städtische Krankenhaus Halle eingeweiht. 2026 blickt der heutige Standort Halle des Klinikums Bielefeld auf 150 Jahre bewegte Geschichte zurück.
Es ist eine Geschichte, die eng mit der Entwicklung der Stadt und der gesamten Region verbunden ist. Medizinischer Fortschritt, zwei Weltkriege und der Neubeginn danach, große Bauprojekte, neue Fachabteilungen und strukturelle Veränderungen haben das Haus geprägt.


„Das Krankenhaus gehört seit 150 Jahren zu Halle. Seine Geschichte zeigt eindrucksvoll, dass eine gute Gesundheitsversorgung immer von Menschen getragen wird – von denjenigen, die sie ermöglichen, von den Mitarbeitenden, die täglich Verantwortung übernehmen, und von einer Bevölkerung, die sich mit ihrem Krankenhaus identifiziert“, sagt Bürgermeister und Vertreter der Gesellschafterin Stadt Halle Thomas Tappe.
Bemerkenswert ist die Parallele zwischen Vergangenheit und Gegenwart: 1876 konnte das Krankenhaus nur entstehen, weil Bürger Verantwortung für die Gesundheitsversorgung übernahmen. 150 Jahre später ist die Verbundenheit der Menschen mit ihrem Krankenhaus weiterhin spürbar. Das Jubiläum wird deshalb gemeinsam gefeiert: Am 27. September lädt das Klinikum zu einem Tag der offenen Tür ein.
„150 Jahre Klinikum Halle stehen damit nicht nur für eine außergewöhnlich lange Geschichte. Sie stehen für 150 Jahre medizinischen Fortschritt, Veränderungsbereitschaft, Zusammenhalt und Verantwortung für die Menschen in Halle und der Region“, sagt Michael Ackermann, Geschäftsführer des Klinikums Bielefeld.“

Das Gesundheitswesen stehe vor großen Herausforderungen, gerade kleinere Krankenhäuser müssten ihre Leistungsfähigkeit immer wieder unter Beweis stellen. „Die Anbindung an die universitäre Medizin, steigende Leistungszahlen sowie ein breites wie auch spezialisiertes Behandlungsspektrum stärken den Standort weiterhin – und genau dafür werden wir uns auch künftig mit großer Leidenschaft einsetzen.“

Zeitstrahl
1876–1900:
Mehr als 100 Bürger spendeten 17.000 Taler für ein Krankenhaus, die Brüder Julius und Florenz Kisker steuerten weitere 10.000 Taler bei. Am 22. Oktober 1876 wurde der rote Ziegelbau an der heutigen Alleestraße feierlich eingeweiht. Bereits 1883 entstand angesichts der damals weit verbreiteten Tuberkulose eine Isolierstation.

1900–1927:
Das Ehepaar Winnebrock aus Westbarthausen vermachte dem Krankenhaus die stolze Summe von 97.000 Mark – davon konnte ein Operationssaal eingerichtet, eine Zentralheizung eingebaut und ein erster Erweiterungsbau finanziert werden. 1927 folgte eine grundlegende Erweiterung und Modernisierung des Krankenhausgebäudes u. a. mit neuen Untersuchungsräumen, Entbindungszimmer oder Röntgengerät.

1927–1950:
Während des Zweiten Weltkriegs musste die Versorgung unter zunehmend schwierigen Bedingungen aufrechterhalten werden. Im Krankenhauspark entstand zusätzlich eine Krankenbaracke, das sogenannte „Gartenhaus“, wo u. a. Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter behandelt wurden. Nach dem Kriegsende mussten Verwundete, Flüchtlinge und die Bevölkerung versorgt werden.

1950–1976:
1950 entstand eine eigenständige Abteilung für Innere Medizin, 1958 folgte eine Abteilung für Frauenheilkunde und Geburtshilfe. Im selben Jahr begannen Arbeiten für einen Neubau. 1960 wurde der erste Bauabschnitt mit 135 Betten fertiggestellt, 1965 folgte ein weiterer Anbau.

1976–2010:
1986 entstand eine neue Intensivstation, 1996 wurden die Bettentrakte umfassend renoviert. Mit der Eröffnung des Schlaflabors 2000 und dem Ausbau der Pneumologie entstanden neue medizinische Schwerpunkte. 2004 wurde die Lungenabteilung neu eröffnet, gleichzeitig entwickelte sich die Geburtshilfe weiter. 2004 wurde ein Förderverein gegründet, der bis heute aktiv ist. 2008 erfolgte der Umbau des OP-Traktes sowie eine Modernisierung der Intensivstation.

2010–2026:
Zum 1. Januar 2010 wurde das damalige Klinikum Ravensberg in Halle Teil der Klinikum Bielefeld gem.GmbH und wird seitdem als einer der drei Standorte des Klinikums geführt. Gesellschafterinnen sind die Stadt Bielefeld und die Stadt Halle.


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