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AUS DER NACHBARSCHAFT

ACHITEKTURWETTBEWERB

AUS DER NACHBARSCHAFT
© Atelier Brückner

Prämierte Pläne für Stalag-Gedenkstätte Das Stalag 326 Senne war im Zweiten Weltkrieg eines der größten Kriegsgefangenenlager in Deutschland. Die Gedenkstätte in Schloss Holte-Stukenbrock soll zu einem Erinnerungsort mit internationaler Bedeutung ausgebaut werden. Zu diesem Zweck hatte der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) einen Architekturwettbewerb ausgeschrieben, bei dem der Entwurf des Atelier Brückner aus Stuttgart ausgezeichnet wurde.

Ein Preisgericht hatte über 14 Entwürfe für den Neubau des Eingangsgebäudes, die denkmalgerechte Sanierung der drei Bestandsbaracken und eine szenografische Bearbeitung des ehemaligen Lagergeländes aus dem Zweiten Weltkrieg beraten. Eine Ausstellung in Münster hatte die Entwürfe gezeigt. „Unsere Aufgabe ist, die Geschichte des Stammlagers 326 und die Gräueltaten, die dort verübt worden sind, sichtbar zu machen“, erklärte LWL-Kulturdezernentin Dr. Barbara Rüschoff-Parzinger. Der Architekturwettbewerb habe hierfür einen sehr wichtigen Beitrag geleistet.

„Die Arbeit des ersten Preisträgers zeichnet sich durch den annähernd vollständigen Erhalt des Bestandes auf dem Areal aus“, heißt es in der Begründung der Jury. Die „historische Schicht“ des Lagers werde in die vorhandenen Zeitschichten eingeschrieben und nachvollziehbar gemacht. Der für das Eingangsgebäude gewählte eingeschossige Gebäudetypus mit seiner unprätentiösen Holzfassade füge sich schlüssig ins Areal und in die Bestandsflächen ein. Materialweise, Farbgebung und Bauweise überzeugten. Die Baukosten für Gebäude und Landschaftsarbeiten werden auf rund 28 Millionen Euro geschätzt. Die Fertigstellung ist für Ende 2032 vorgesehen.

Zwischen 1941 und 1945 war das Stammlager, kurz „Stalag“, mit mehr als 300.000 internierten Menschen zentraler Bestandteil eines Lagersystems für Kriegsgefangene. Das Stalag 326 diente als Durchgangs- und Verteilungslager für den gesamten „Wehrkreis VI“, der in großen Teilen dem heutigen Nordrhein-Westfalen entspricht. Die Kriegsgefangenen mussten im Bergbau und der Montanindustrie, in kleineren Betrieben und in der Landwirtschaft Zwangsarbeit leisten. Viele von ihnen starben durch Mangelernährung, unzureichende medizinische Versorgung und schlechte hygienische Verhältnisse. Der nahegelegene „Ehrenfriedhof sowjetischer Kriegstoter“ ist eine der größten Kriegsgräberstätten in der Bundesrepublik. Besucher werden auf die Zahl von 65.000 Toten hingewiesen, begraben in 36 Massengräberreihen.


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