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HEIMATMENSCHEN

DIE AWO WICHTEL

HEIMATMENSCHEN

Ob tropfender Wasserhahn oder defektes Jalousieband: Die AWO-Wichtel helfen. Der Kreisverband Gütersloh koordiniert ihre Einsätze.

55 „Wichtel“ – darunter 54 Männer und derzeit nur eine Frau – sind im Kreis Gütersloh die „schnelle Einsatztruppe“ für vielfältige handwerkliche Hilfeleistungen. Koordiniert werden die ehrenamtlichen Wichtel der Arbeiterwohlfahrt durch die Wohnberatungsagentur des AWO-Kreisverbands Gütersloh. Dort ist Friederike Hegemann eine der Ansprechpersonen, die die Anfragen prüfen und an den passenden Problemlöser vermitteln. Doch wer kann eigentlich Hilfe bekommen, welche „Aufträge“ nehmen die AWO-Wichtel an – und was sind das für Menschen, die sich hier vor Ort in ihrer Freizeit für andere engagieren?

Seit über 30 Jahren gibt es bei der AWO das Wichtel-Projekt, erzählt Friederike Hegemann. Sie selbst ist seit rund 15 Jahren dabei. Als Mitarbeitende der Wohnberatungsagentur bekommt sie Einblicke in zahlreiche Wohnungen und sieht immer wieder „Kleinigkeiten, die erledigt werden müssten, für die ein Handwerker aber nicht rauskommen würde.“ Während die Wohnberatung selbst in Abstimmung mit Betroffenen, Angehörigen, dem Medizinischen Dienst, Pflegekassen etc. dabei hilft, dass Menschen möglichst lange gut im eigenen Zuhause leben können, kommen bei den kleinen (Wohn-) Herausforderungen des Alltags die AWO-Wichtel zum Einsatz. „Bei welchen Arbeiten wir helfen, haben wir unter anderem in Abstimmung mit der Industrie- und Handelskammer festgelegt“, erklärt Friederike Hegemann. „Entscheidend ist, dass wir keinem Handwerker die Arbeit wegnehmen!“

Die Wichtel erledigen also kleinere Reparaturen, steigen auf die Leiter, um eine schwer erreichbare Glühbirne zu wechseln, hängen auch mal ein Bild oder ein neues Regal auf. Gartenarbeiten oder etwa Hilfe beim Umzug gehören nicht dazu, und auch Betreuungsleistungen, die von den sogenannten „Alltagshelfern“ abgedeckt werden, sind kein Fall für die Wichtel. Wichtig ist dem Team außerdem ein nachvollziehbarer Bedarf. „Wir sind ein Wohlfahrtsverband und möchten den Menschen helfen“, betont die Künsebeckerin: „Aber wir möchten nicht, dass unsere Ehrenamtlichen ausgenutzt werden.“ Wenn die Vermittler den Eindruck bekommen, dass die Hilfe der Wichtel nur gewünscht ist, um sich selbst vor Aufgaben zu drücken oder (vorhandenes) Geld zu sparen, werden Anfragen auch mal abgelehnt.

Das ist jedoch selten der Fall. Oft kommen die Anfragen von alleinstehenden älteren Personen, immer häufiger auch von alleinerziehenden Elternteilen. Die Wichtel selbst sind eine bunt gemischte Truppe: Einige sind Rentner, andere stehen noch im Berufsleben, alle bringen unterschiedliche Kompetenzen mit, die ihnen bei den vielfältigen Einsätzen zugutekommen. „Man muss nicht beruflich aus dem handwerklichen Bereich kommen, um helfen zu können“, erläutert Friederike Hegemann. „Es reichen handwerkliches Geschick, Empathie und Freude am Umgang mit Menschen.“ Häufig werden die AWO-Wichtel bei ihren Terminen schon am gedeckten Kaffeetisch erwartet. Auch sonst, sagt die Koordinatorin, „ist das ein unkompliziertes, schönes Ehrenamt, an dem alle Spaß haben!“ Im Nordkreis Gütersloh sind die Wichtel flächendeckend vertreten, in Werther etwa werden gern noch helfende Hände gesucht. Und auch mehr „Wichtel-Frauen“ wünschen sich Friederike Hegemann und das AWO-Team: „Das ist ein tolles Projekt mit lauter netten Menschen!“


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