Dunkle Knopfaugen, große Ohren und eine bewegte Geschichte: Mit seinen rund sieben Monaten hat Bennett-Känguru Dobby bereits einiges erlebt. Statt in Mamas Beutel startet er zwischen Hühnereiern, Kuschelpullovern, Beuteln aus dem Tierfachmarkt und Kinder-Reisebetten ins Leben. Im Interview erzählt er uns, wie es dazu kam – und warum er sich trotz seiner Bekanntheit wie ein ganz normales Känguru fühlt.
Dobby, du bist vermutlich Bielefelds bekanntestes Känguru. Bist du der geborene Promi oder war das einfach gute PR?
Weder noch! Eigentlich war mein Start ins Leben alles andere als optimal. Meine Mama hat mich scheinbar aus ihrem Beutel geworfen, als ich noch ganz klein und nackt war – vielleicht hat sie sich erschreckt. Auf jeden Fall lag ich plötzlich auf dem Boden in unserem Gehege auf dem Campingplatz Meyer zu Bentrup in Quelle. Es war kalt, ich wurde immer schwächer. Zum Glück hat mich unser Tierpfleger André Sieker gefunden. Er dachte erst, ich wäre tot. Als er dann gemerkt hat, dass mein Herz noch ganz sachte schlug, ist er richtig schnell geworden.
André Sieker hat dich also gerettet?
Absolut. Er hat mich sofort in einen Brutkasten gelegt, wo gerade Hühnereier ausgebrütet wurden. Nach einer Stunde ging es mir schon besser. Gegen den ersten Hunger habe ich Welpenersatzmilch bekommen. Dann hat André per Eilexpress Spezialmilch direkt aus Australien gekauft. Geschlafen hat er in der Zeit nicht so viel, denn ich hatte alle zwei Stunden Hunger – auch nachts.
Konntest du nicht einfach zurück zu deiner Mama gebracht werden?
Das haben wir versucht, aber sie hat mich nicht angenommen. Also hat mein Ziehpapa mich im Beutel seines Pullovers überall mit hingenommen. Einen Hund haben wir auch, mit dem verstehe ich mich super.
Hast du die anderen Kängurus auf dem Campingplatz auch schon kennengelernt?
Klar. Die sind noch etwas vorsichtig mir gegenüber. Wenn ich André höre oder sehe, laufe ich immer sofort zu ihm. Wir kuscheln oft, und manchmal lacht er über mich, wenn ich an meinem Schwanz nuckel.
Fühlst du dich bei all der Sonderbehandlung nicht doch manchmal wie ein Star?
Zugegeben, meinen eigenen Menschen samt Hund zu haben, aus einer Flasche zu trinken und im Haus zu schlafen, ist schon irgendwie cool. Aber ich bin und bleibe natürlich ein ganz normales Känguru, und wir neigen einfach nicht zu Starallüren!