Natur und Menschen, Malerei und Skulpturen: Anja Wallmichrath hat in der Kunst ihre eigene Sprache gefunden. Seit 2009 entsteht diese in der „Alten Lederfabrik“.
Kunst begleitet die heute 59-Jährige bereits in ihrer Kindheit. Als ihre Eltern das für „brot- und sinnlos“ halten, ergreift sie zunächst einen anderen Beruf. In der Juwelierbranche und im Einzelhandel lernt sie Wissenswertes vom Verkauf bis hin zum Gestalterischen, doch ihr Herz schlägt für etwas anderes. Mittlerweile hat sie ihre Leidenschaft zum Beruf gemacht.
Ein Zitat des französischen Schriftstellers Jean Cocteau drückt aus, wie Anja Wallmichrath zur Kunst steht: „Dessen Werk wird Bestand haben, der nicht darauf aus war zu gefallen, sondern, dem am Herzen lag, wahr zu sein!“ „Dem“, sagt sie, „möchte ich gerecht werden. Ich sehe das als Mahnung an mich selbst, meinen Weg zu gehen und mich mit meiner Kunst auszudrücken.“
Genau das macht die Mutter zweier Kinder. Sie vertieft in einem Malerei-Studium ihre Technik, malt seither ausschließlich mit Ölfarben. Seit 2023 ist ihre Malerei geprägt von den „unglaublichen Farben und Elementen der Natur“, die sie auf ihren Reisen auf die Seychellen kennenlernt. „Dass meine Begeisterung für diese nachhaltigen Eindrücke, die sich in meinen Bildern widerspiegelt, auch andere Menschen berührt, macht mich sehr glücklich“, fasst die Künstlerin zusammen. Fotografien ihrer Reisen bilden außerdem die Grundlage für ihre Arbeiten in der Technik des experimentellen Siebdrucks. Auch die Bildhauerei hat Anja Wallmichrath für sich entdeckt: Sie gestaltet Skulpturen mit Alabastergips, lässt einige davon in Bronze gießen. Thematisch steht hier der Mensch im Mittelpunkt: „Sein Leben und Erleben, seine Haltung und Bewegung.“ Beides, ihre Skulpturen und Bilder, finden im Schaffungsprozess oft zueinander: „Dadurch bilden sie gemeinsam eine ganz besondere Atmosphäre im Raum.“
Anekdote Frau Fehrenkötter: Ordnung ist subjektiv
„Als mein Vater noch lebte und in der „Alten Lederfabrik“ die Fäden zog, waren seine Ordner der hier ansässigen Künstler nicht alphabetisch sortiert, sondern nach ihrem Einzug als Mieter. Für ihn war das logisch und nachvollziehbar. Für jemanden, der nicht die ganze Zeit dabei war, war das allerdings die nächste der vielen Herausforderungen.“