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jenny@dein-teuto.de

TILLA UND DIE ATEMLOSEN KINDER

TILLA DIE TEUTO-FEE

 Im goldenen Abendlicht des Teutoburger Wald rauschten die hohen Bäume sanft im Wind. Der Duft von Moos und frischen Blumen lag in der Luft, während Tilla, die kleine Teuto-Fee, zwischen den Ästen hindurchflog. Ihr Feenstab glitzerte, und hinter ihr wirbelte schimmernder Feenstaub durch die Luft.

Da hörte sie hastige Stimmen und schnelle Schritte.

„Komm schon, wir müssen weiter!“

„Warte doch mal!“

„Nein, wir haben keine Zeit!“

Mehrere Kinder liefen eilig über den Waldweg. Sie redeten durcheinander, stolperten beinahe über Wurzeln und bemerkten weder die singenden Vögel noch die Sonnenstrahlen, die durch die Blätter tanzten.

Tilla beobachtete sie erstaunt. „Warum haben denn alle solche Eile?“, fragte sie leise.

Mit einem kleinen Schwung ihres Feenstabs ließ sie goldenen Feenstaub auf den Weg rieseln. Die Kinder blieben plötzlich stehen und schauten sich verwundert um.

„Eine Fee!“, rief eines der Kinder überrascht.

Tilla lächelte freundlich. „Ja, ich bin Tilla. Aber sagt mal – warum seid ihr so gehetzt und aufgeregt?“

Die Kinder sahen sich an.

„Wir wollten möglichst schnell durch den Wald“, sagte ein Junge.

„Und jeder von uns wollte den anderen erzählen, was wir als Nächstes machen“, ergänzte ein Mädchen.

„Dabei hört uns sowieso keiner richtig zu“, murmelte ein anderes Kind.

Tilla nickte nachdenklich. „Genau das habe ich bemerkt. Ihr seid so ungeduldig und aufgekratzt, dass ihr den Wald und einander kaum wahrnehmt.“

Die Kinder wurden still.

„Wollt ihr ein kleines Experiment machen?“, fragte Tilla geheimnisvoll.

Neugierig nickten alle.

Tilla hob ihren Feenstab. Sofort begann der Feenstaub sanft um die Kinder herum zu schweben wie glitzernde Schneeflocken.

„Jetzt geht ihr denselben Weg noch einmal“, erklärte sie, „aber ganz langsam. Fast so wie eine Schnecke. Und jeder darf nur sprechen, wenn die anderen wirklich zuhören.“

Zuerst mussten die Kinder kichern, weil sich das langsame Gehen ungewohnt anfühlte. Doch plötzlich bemerkte eines von ihnen einen Buntspecht an einem Baum.

„Den hätte ich eben fast übersehen!“

Ein anderes Kind blieb stehen. „Hört mal, wie laut der Bach rauscht.“

Und ein Mädchen lächelte plötzlich. „Jetzt verstehe ich endlich, was du vorhin erzählen wolltest.“

Tilla beobachtete zufrieden, wie die Kinder ruhiger wurden. Ihre Stimmen klangen freundlicher, und sie achteten plötzlich auf Dinge, die ihnen vorher entgangen waren.

„Manchmal“, sagte Tilla sanft, „macht Hektik alles kleiner – sogar schöne Momente. Wer langsamer wird, kann mehr entdecken.“

Die Kinder nickten.

„Ich glaube“, sagte ein Junge nachdenklich, „wir müssen gar nicht immer so schnell sein.“

„Und wir sollten besser zuhören“, ergänzte ein Mädchen.

Tilla lächelte und ließ ihren Feenstab noch einmal aufleuchten.

Von da an gingen die Kinder viel entspannter durch den Wald. Sie hörten einander zu, entdeckten Käfer, Vögel und Blumen – und merkten, wie schön der Teutoburger Wald eigentlich war, wenn man sich Zeit dafür nahm.

Und hoch oben zwischen den Baumwipfeln schwebte Tilla zufrieden davon.