Der Herbst war in den Teutoburger Wald eingezogen. Tilla, die kleine Teuto-Fee, flog mit ihrem Feenstab zwischen den Bäumen umher und freute sich über die vielen Farben.
Die Blätter leuchteten gelb, orange und rot. Einige segelten schon von den Bäumen und tanzten im Wind. Morgens lag Tau auf den Gräsern, und zwischen den Bäumen roch es nach feuchter Erde und Moos.
„Der Wald sieht ja ganz anders aus als im Sommer“, staunte Maylin, die mit ihren Freunden durch das Laub stapfte. „Und hört ihr das Rascheln?“, fragte Ben und schob mit seinen Schuhen einen kleinen Laubhaufen auseinander.
Die Kinder waren auf der Suche nach Pilzen. Immer wieder entdeckten sie kleine Hüte, die aus dem Waldboden schauten. „Den hier können wir bestimmt mitnehmen!“, rief Maylin. „Moment“, sagte Noah. „Ich weiß gar nicht, ob der essbar ist.“ Die Kinder betrachteten den Pilz von allen Seiten. Aber sicher waren sie sich nicht.
Da hörten sie ein leises Kichern. Ein paar goldene Feen-Funken schwebten durch die Luft, und schon saß Tilla auf einem Ast.
„Gut, dass ihr vorsichtig seid!“, sagte sie.
„Kannst du uns sagen, welche Pilze wir sammeln dürfen?“, fragte ein Kind.
Tilla schüttelte den Kopf. „Auch eine Fee kann sich nicht jeden Pilz sicher merken. Bei Pilzen gilt: Nur sammeln und essen, wenn man sie ganz sicher bestimmen kann. Wenn ihr euch nicht auskennt, lasst die Pilze lieber stehen und fragt eure Eltern oder jemanden, der sich wirklich damit auskennt.“
Die Kinder nickten.
„Und schaut mal“, sagte Tilla. „Viele Pilze sind auch für den Wald wichtig. Sie helfen dabei, abgestorbene Blätter und Holz zu zersetzen. Außerdem leben sie in einer besonderen Gemeinschaft mit den Bäumen.“
Die Kinder staunten. Von nun an betrachteten sie die Pilze mit anderen Augen. Sie sammelten nur die, bei denen sie sich mit ihren Eltern zu Hause sicher sein konnten, und ließen alle anderen stehen.
Am Abend wurde es gemütlich. Zu Hause hatten Maylin, Ben und Noah zusammen mit ihren Eltern eine kleine Herbst-Party vorbereitet. Auf dem Tisch standen Kürbissuppe, Apfelkuchen und selbst gebackene Kekse. Kerzen leuchteten, und draußen rauschte der Wind durch die bunten Blätter.
Ganz oben auf dem Fensterbrett saß Tilla, für die Menschen unsichtbar. Sie schwang zufrieden ihren Feenstab und ließ ein paar winzige goldene Funken durch den Raum tanzen. „Was für ein schöner Herbsttag“, flüsterte sie. Dann kuschelte sie sich in ihren Blätterumhang und flog hinaus in die kühle Herbstnacht.