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© Man Ray Trust / VG Bild-Kunst, Bonn 2026

EINHORNHEXE — MERET OPPENHEIM & FREUNDE

AUSSTELLUG IN HERFORD

Die Stiftung Ahlers Pro Arte in Herford zeigt noch bis zum 26. Juli 2026 die Ausstellung „Einhornhexe – Meret Oppenheim & Freunde“. Über 100 Werke beleuchten das Schaffen der Surrealistin sowie Verbindungen zu bekannten Weggefährten.

Im vergangenen November vor 40 Jahren starb Meret Oppenheim im Alter von 72 Jahren. Als das surrealistische Manifest 1924 von André Breton in Paris verfasst und veröffentlicht wurde, war Oppenheim erst 11 Jahre alt. Während Künstler, Philosophen und Schriftsteller in Paris bereits neue Formen von Kunst und Gesellschaft diskutierten und sich zu einer gemeinsamen Bewegung verbanden, lebte sie noch mit ihrer Familie in Lörrach. Neben André Breton, Paul Éluard und Max Ernst stießen schon bald weitere Künstlerpersönlichkeiten aus ganz Europa zu dieser Gruppierung, etwa der Schweizer Bildhauer Alberto Giacometti.

1932 bestiegen auch Meret Oppenheim und Irène Zurkinden, mit damals gerade 18 Jahren, in Basel einen Zug nach Paris, wo ihre Schweizer Bekannten Kurt Seligmann, Hans Rudolf Schiess und Jean Arp bereits zum Kreis der Surrealisten zählten. Durch sie lernte Oppenheim Man Ray, Max Ernst, Alberto Giacometti, Leonor Fini, Dora Maar und Marcel Duchamp kennen.

Nach ihrer Rückkehr in die Schweiz Ende der 1930er-Jahre prägte Oppenheim mit den in Paris gewonnenen Eindrücken und Erkenntnissen, die sie zu einer ganz eigenen künstlerischen Formensprache entwickelte, viele junge Schweizer Künstler, darunter Daniel Spoerri und Dieter Roth.

Die Ausstellung „Einhornhexe – Meret Oppenheim & Freunde“ untersucht einerseits, welche Einflüsse die Begegnung mit den Surrealisten in Paris auf die Kunst von Oppenheim hatte. Ein zweiter Schwerpunkt ist ihre prägende Wirkung auf die nachrückende Künstlergeneration in der Schweiz. Zahlreiche Arbeiten der Weggefährten im späteren Verlauf ihrer Karriere werden präsentiert und zeugen von der Strahlkraft von Meret Oppenheim, die heute als eine der wichtigsten Künstlerinnen des 20. Jahrhunderts gilt.

Die Stiftung Ahlers Pro Arte zeigt die Ausstellung in ihren Räumlichkeiten in der Goebenstraße 2 in Herford (Do. bis So., 11–18 Uhr). Jeden Sonntag finden um 11.30 Uhr Führungen statt. Infos: www.ahlers-proarte.com