VINCENZO COPERTINO
HEIMATMENSCH
Vincenzo Copertino rührt in vielen Töpfen. Für Hobbys wie das Kochen bleibt dabei wenig Zeit.
Lange Tage und Leidenschaft: Als Bezirksbürgermeister von Brackwede, Ratsmitglied für den Wahlkreis Ummeln-Holtkamp, Pressesprecher der CDU Bielefeld, stellvertretender Vorsitzender des VfL Ummeln und als Rechtsanwalt gehört für Vincenzo Copertino beides zum Alltag. „Geplant war das nicht“, verrät der 56-Jährige, der im Märkischen Kreis aufgewachsen und seit seinem Jura-Studium an der Universität Bielefeld in der Region zu Hause ist. Vielmehr habe sich alles „irgendwie entwickelt“.
Dass er als Bezirksbürgermeister und Ratsmitglied etwas bewirken kann, ist für den Macher mit süditalienischen Wurzeln eine Ehre. Seine Aufgaben nimmt er „mit Respekt und Demut“ wahr – und ehrenamtlich, also nur gegen eine Aufwandsentschädigung. Seinen Lebensunterhalt verdient er in seiner Anwaltskanzlei. Ob es von Idealismus zeugt, sich „nebenbei“ noch unentgeltlich zu engagieren? „Auf jeden Fall“, bestätigt Copertino. „Ich möchte Brackwede und die Stadt Bielefeld mitgestalten und den Menschen etwas zurückgeben!“
Zur Politik kommt er bereits als Schüler am Rande des Hochsauerlandkreises. „Aus einer Laune heraus“ tritt er in einem von der SPD geprägten Umfeld der neu geformten Jungen Union bei: „Ich dachte, es kann ja nicht immer nur die SPD sein.“ Als CDU-Mitglied in Brackwede kommt der Stein dann vor der Kommunalwahl 2009 ins Rollen: „Ich wurde gefragt, ob man mich auf die Kandidatenliste zur Bezirksvertretungswahl setzen dürfte – auf Platz 18, also ohne wirkliche Aussichten“, berichtet Vincenzo Copertino. „Daraus wurde dann Platz 8. Die CDU hatte zu dem Zeitpunkt sieben Sitze – plötzlich war eine Wahl also gar nicht mehr so abwegig.“ In die Bezirksvertretung zieht der Brackweder schließlich nicht ein; kurze Zeit später aber in den Kreisvorstand der CDU Bielefeld. Und so nimmt die Entwicklung ihren Lauf.
Als Bezirksbürgermeister will er zuhören und Brücken bauen. Das heißt für ihn auch, direkt auf die Menschen zuzugehen. Ob Vereinsleben, Feste oder Bürgersprechstunden: Copertino zeigt Präsenz. Mit dabei ist immer eines seiner Notizbücher mit dem Wappen Brackwedes, die er direkt nach seiner Wahl anfertigen ließ. „Dort schreibe ich alle Anregungen und Anfragen aus der Bürgerschaft auf und freue mich über alles, was ich voranbringen kann“, erklärt er. Entschieden wird letztendlich natürlich gemeinsam: in der Bezirksvertretung zusammen mit dem Koalitionspartner SPD; auch im Rat, in Arbeitskreisen, Gremien, Aufsichtsräten und überall, wo der 56-Jährige sonst noch mitwirkt.
Warum er das alles macht, zeigen ihm die unterschiedlichsten Erfolge und Begegnungen seiner Arbeit. Zum Beispiel die Errichtung eines Kunstrasenplatzes in Ummeln, die erfolgreiche Einreichung von Anträgen im politischen Umfeld oder auch mal ein humoristischer Auftritt als „Pronto Vincenzo“ inklusive höchst-italienischer Gestik beim Karneval. Bewegend sind für ihn darüber hinaus die persönlichen Gespräche, etwa bei der offiziellen Gratulation zum 90. Geburtstag eines Mitbürgers.
Die „Bodenhaftung“ zu behalten, ist Vincenzo Copertino besonders wichtig. Den passenden Ausgleich bekommt er etwa durch das Degenfechten oder das Kochen – natürlich eine Verbindung aus italienischen und westfälischen Einflüssen, so wie er selbst. Und obwohl ihm dafür vor lauter Engagement wenig Zeit bleibt, ist sein Fazit so leidenschaftlich wie sein Einsatz: „Ich würde alles wieder genauso machen!“





